Rechnungen als Kleinunternehmer

Rechnung Kleinunternehmer Auch wenn Sie Kleinunternehmer sind, müssen Sie Ihre Rechnungen mit den genannten Pflichtangaben erstellen. Sie benötigen ebenfalls eine Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die Sie auf Ihrer Rechnung angeben müssen. Allerdings dürfen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, da Sie diese sonst an das Finanzamt abführen müssen. Es empfiehlt sich, auf der Rechnung folgenden Hinweis aufzunehmen: „Im ausgewiesenen Rechnungsbetrag ist gem. § 19 Abs. 1UstG keine Umsatzsteuer enthalten.“

Tipp: Sie haben hohe Ausgaben für Investitionen und/oder Warenlieferungen und müssen daher viel Vorsteuer zahlen? Überlegen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob Sie auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, um Ihre Vorsteuerzahlungen geltend machen zu können.

Wann bin ich Kleinunternehmer?

Die sogenannte Kleinunternehmerregelung erlaubt es Unternehmen mit niedrigen Umsätzen wie Nichtunternehmer behandelt zu werden. Die Folge: Kleinunternehmer erheben keine Umsatzsteuer, sind aber folglich auch vom Vorsteuerabzug aus Rechnungen anderer Unternehmer ausgeschlossen. Die Kleinunternehmerregelung trifft unter folgenden Voraussetzungen auf Sie zu:
  • im vorangegangenen Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern nicht höher als 17.500 Euro gewesen sein und
  • im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro sein
Unternehmen, auf die diese Voraussetzungen zutreffen, können allerdings auch freiwillig darauf verzichten, die Kleinunternehmerregelung anzuwenden. An diese Entscheidung ist man fünf Jahre gebunden. Im Hinblick auf die Rechnungsstellung ergeben sich für Sie folgende Konsequenzen: Kleinunternehmen dürfen auf ihren Ausgangsrechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen darf nicht abgezogen werden. Kleinunternehmer müssen somit auch keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

Beispiele für Kleinunternehmer

Der Kleinunternehmer Max Mustermann arbeitet als Fotograf. Dazu hat er zunächst eine Kameraausrüstung und einen PC gekauft. Nach der Geschäftseröffnung muss er regelmäßig Materialien zur Entwicklung seiner Bilder, Visitenkarte zur Vermarktung seines Unternehmens und ähnliches kaufen. Darüber hinaus tätigt Max Mustermann Investitionen in Bildbearbeitungsprogramme und technisches Equipment. Nach jedem Einkauf bezahlt er die Rechnung, die er von den Lieferanten enthält. Zuzüglich zum Rechnungsbetrag überweist er die ausgewiesene Mehrwertsteuer.

Fall 1: Herr Mustermann entscheidet sich, keinen Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung zu machen. Dies bedeutet, dass er auf den Rechnungen an seine Kunden die entsprechende Mehrwertsteuer ausweist. Den erhaltenen Steuerbetrag muss Mustermann jeden Monat an das Finanzamt weiterleiten. Allerdings kann er die Steuerbeträge, die er an seine Lieferanten bezahlt hat, die Vorsteuer, von den eingenommenen Steuerbeträgen abziehen. Wenn er mehr Vorsteuer bezahlt als Umsatzsteuer eingenommen hat, bekommt er Vorsteuer vom Finanzamt zurück.

Fall 2: Max Mustermann macht Gebrauch von der Kleinunternehmerregelung. In diesem Fall darf Mustermann in den Rechnungen an seine Kunden keine Umsatzsteuer ausweisen. Er schreibt den oben erwähnten Zusatz „Im ausgewiesenen Rechnungsbetrag ist gem. § 19 Abs. 1UstG keine Umsatzsteuer enthalten.“ Herr Mustermann muss keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Er hat weniger Bürokratie „am Hals“. Aber: Er darf die Vorsteuer, die er an seine Lieferanten gezahlt hat, gegenüber dem Finanzamt nicht geltend machen.